Biografie

 

Martin Gerigk, geboren 1972 in Krefeld, bekam im Alter von sieben Jahren seinen ersten Geigenunterricht. Mit zwölf Jahren erhielt er zusätzliche Klavierstunden und begann im selben Zeitraum, seine ersten Kompositionen zu schreiben. 1990 wurde ihm der Förderpreis für Avantgardemusik beim Wettbewerb „Jugend komponiert“ in Nordrhein-Westfalen verliehen. Seitdem verschiedene Kompositions- und Instrumentalstudien sowie zahlreiche Workshops für avantgardistische Ensemblemusik.

Wertvolle künstlerische Impulse erhielt er durch fortgesetzte Studien während ausgedehnter Aufenthalte und Reisen durch China, Indien, Nordamerika und Afrika. Stilistisch finden sich diese Einflüsse als roter Faden in seinen Werken wieder, die vor allen Dingen durch minimalistisch-rhythmische Vitalität im Spannungsfeld von Tonalität und experimentellen Klangflächen bestechen.

Seine linguistische Auseinandersetzung mit diversen asiatischen und afrikanischen Sprachen führte u.a. zu einem Studium der Sinologie in Peking. Besonderheiten verschiedener Sprachen lassen sich daher in Metrik und Intonation seiner Melodieführung erkennen. So steht in seinem Schaffen Musik als eigene Kommunikationsform neben gesprochener Sprache als Ausdruck eines erweiterten Kulturverständnisses.

Aus seiner intensiven Beschäftigung mit der sufistischen Literatur des 14. Jahrhunderts, insbesondere der Werke von Yunus Emre, sowie der engen künstlerischen Zusammenarbeit mit der türkischen Dichterin Şükran Yılmaz entstanden schließlich zahlreiche Werke in türkischen Vierteltonskalen als Synthese zwischen westlicher und morgenländischer Musik.

In diesem Zusammenhang von der Presse besonders beachtet wurden die Aufführungen seines Cellokonzertes „Dämmerungsvisionen“ und des Klaviertrios „Derwischrequiem“.

Zahlreiche seiner Kompositionen, insbesondere die Kammermusikwerke, wurden hiernach in verschiedenen deutschen und österreichischen Städten, u.a. im Konzerthaus Berlin, in der Tonhalle Düsseldorf, im Konzerthaus Dortmund, im Mendelssohnsaal des Gewandhauses Leipzig sowie im Rahmen der Kammermusikreihe „OPUS – neue bühne hAGEN“ des Philharmonischen Orchesters Hagen uraufgeführt.

Zu seinen Werken zählen u.a. vier Streichquartette (No.2: „Afrikanisches Quartett“, No.3: „Movements“, No.4: „Cadmium“), verschiedene Suiten für vier Celli, drei Klaviertrios (darunter „Herbstgesänge“ und „After Destruction“ nach historischen Bildern des zerstörten Dresden 1945), ein Konzert für Violine und Orchester („Derwischpsalmen“), ein Doppelkonzert für zwei Violoncelli und Orchester sowie „Irides“ für großes Symphonieorchester.

Weitere viel beachtete Kompositionen sind u.a. das Konzert „Backlights“ für Sopransaxophon und Orchester, „Virtual Waves“ für Marimba und Streichorchester, ein Konzert für Solocello und Orgel sowie zahlreiche Werke für verschiedene Ensemblebesetzungen (darunter „Skyscapes“ für zwölf Violoncelli und „Twisted Lines“ für sechs Bratschen, die Multimediakomposition „Raven“ für Soloflöte, Streichquartett und Pauken, „Structures of Nature“ für Solocello, Rezitation, 8-12 Violoncelli come accompagnamento und Naturgeräusche sowie der Kammermusikzyklus „Episoden I-IV“).

Die jüdische Suite „Shearim“ für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier wurde 2001 mit großem Erfolg auf CD eingespielt. 2003 folgte die Aufnahme seines „Derwischrequiems“ durch das Trio MusArto. Im selben Jahr Uraufführung seines Konzertes für zwei Violoncelli und Orchester in der Tonhalle Düsseldorf. Weitere Aufnahmen sind in Vorbereitung.

Für die Spielzeit 2007/2008 war Martin Gerigk als „Composer in Residence“ des Philharmonischen Orchesters Hagen engagiert. Im Rahmen der Hundertjahrfeier des Orchesters kamen drei Kompositionsaufträge zur Uraufführung: Die symphonische Dichtung „Irides“ für großes Orchester war Teil des Jubiläumskonzertes am 09.10.07. „Raven“ für Soloflöte, Pauken und Kammerensemble wurde am 06.04.08 im Rahmen eines Multimediakonzertes der Hagener Kammermusikreihe aufgeführt. „Backlights“ für Sopransaxophon und Orchester, das dritte Auftragswerk, wurde im Rahmen des Abschlußkonzertes der Jubiläumsspielzeit am 09.07.08 im WDR 3 -Rundfunk übertragen.

2009 folgten erste Konzerte in Korea und Japan. Die „Meditation“ für Klaviertrio und Tingsha wurde u.a. in der DSHall in Seoul, der Aoi-Hall in Shizuoka, in der Act-City-Hall in Hamamatsu und dem Fuji-Theattre in Fuji-City mit großem Erfolg uraufgeführt.

Als Auftakt für eine Reihe weiterer Konzerte wurden 2010 im Rahmen des Festaktes zur Eröffnungsfeier der Kulturhauptstadt Europas „Ruhr 2010“ ausgewählte Bearbeitungen für Kammerensemble aufgeführt. Im selben Jahr erfolgte die Uraufführung von „Shearim“ in den USA, 2011 in einer Fassung für Querflöte und Klaviertrio schließlich auch in der Schweiz.

„Aspects of Nature“ für 8-12 Celli und Naturgeräusche wurde 2012 im Rahmen einer Vernissage mit Exponaten von Heide Schimke uraufgeführt, „Aspects of Nature“ ist auch auch die Musik für den Film „Playing Memory“ des Filmemachers Sebastian Jobst.

2013 Uraufführung der Auftragskomposition „Radif“ für persische Santur, Violine, Viola und Violoncello, von „Chrom“ für Solovioline, „Spheres“ für Violoncello und Orgel sowie „Dark Leaves“ für Akkordeon, Vibraphone und Schlagwerk. Für 2014 sind u.a. die Uraufführungen von „Prayer I und II“ sowie von „Structures of Nature“ in einer instrumentalen Multimediafassung für Rezitator, Solocello, Naturgeräusche und Tape vorgesehen. Für das Projektkonzept „Structures of Nature“ ist ebenfalls eine eigenständige Text-Audiocollage für 4 Sprecher und emergente Geräusche in Produktion, weitere Projektauskopplungen sind in Vorbereitung.

Neben seiner kompositorischen Tätigkeit ist Martin Gerigk auch ein gefragter Arrangeur von diversen Orchester- und Kammermusikwerken verschiedener Epochen sowie der Musik Astor Piazzollas. Seine Bearbeitung von Ralph Vaughan Williams „The Lark Ascending“ wurde 2012 und 2013 während diverser Kammermusikfestivals in Deutschland, England und den USA u.a. von Latica Honda-Rosenberg, Mirijam Contzen, Priya Mitchell und Mitgliedern des Fauré-Quartetts aufgeführt und teilweise im Rundfunk übertragen.

Für 2014 ist eine Aufführung von „The Lark Ascending“ für Streichsextett während des Kammermusikfestivals Lockenhaus vorgesehen. Solistin ist Vilde Frang.

2016 wurde die Verfilmung von „Structures of Nature“ für 12 Violoncelli, 4 Sprecher und emergente Naturgeräusche begonnen. Ein Release ist für Anfang 2017 vorgesehen. Die Hörfassung des Projekts war offizieller Finalbeitrag beim ARD Hörspielfestival 2016 in Karlsruhe, beim 7. Berliner Hörspielfestival sowie beim SonOhr Festival in Bern, Schweiz.

2017 ist „Structures of Nature“ Finalist zahlreicher internationaler Filmfestivals und u.a. Gewinner der London Independent Film Awards im Bereich „Experimental Short Film“.

Biography

 

The German composer Martin Gerigk was born in 1972. At the age of seven, he took his first violin lessons. When he was twelve years old, Martin also took piano lessons and began writing his first compositions. In 1990, he won the Special Award for Avant-Garde Music in the German competition “Jugend komponiert“. Since then, he has been focusing on musical instrument studies with the German cello soloist Jürgen Wolf and attended several workshops for modern chamber and orchestral music.
Martin’s later compositions were inspired by frequent travels to China, India, North America and Africa. Those influences emerged as recurrent themes underlying the minimalist and rhythmical vitality between the tonal and experimental sound structures of his work.
His increasing familiarity of the Asian and African languages led to studies of sinology in Beijing. Certain characteristics of different languages can be found in the intonation and metrics of his melodies. For Martin, music is an independent way to communicate besides the spoken language, resulting in an increased appreciation of different cultures.

Martin’s compositions have also been influenced by the sufistic literature of the 14th century, particularly the poems of Yunus Emre. Several Turkish language-based quartertone works were written in close collaboration with the Turkish poet Şükran Yılmaz, in order to create a synthesis between Western and Eastern music. This unique way of merging different tonalities did not go unnoticed. Especially the performances of his cello concert “Visions of Dawn“ and the piano trio “Requiem of a Dervish“ received remarkable attention of the press.
In addition to his composing activity, Martin is frequently asked to arrange 20th century orchestral music and the tango music of Astor Piazzolla.

Since 2002, most of his compositions, especially the chamber works, were performed in different German and Austrian cities like Berlin, Leipzig and Düsseldorf. Martin’s repertoire includes four string quartets (No. 2: “African Quartet“, No.3: „Movements“, No.4: „Cadmium“), several suites for four celli, one piano concerto (“Songs of Autumn“), one violin concerto (“Psalms of a Dervish“), a double concerto for two celli and orchestra , „Irides“ for symphonic orchestra, the concerto for soprano saxophone and orchestra „Backlights“ and several chamber works for different instruments, e.g. “Skyscapes“ for 12 celli, „Twisted Lines“ for 6 violas or the cycle of chamber music „Episodes I-IV“.
The Jewish suite “Shearim“ for clarinet, violin, cello and piano was recorded in 2001 with great success. In 2003,  “Requiem of a Dervish“ was recorded by the Trio MusArto. Also in 2003, the double concerto for two celli and orchestra had its world premiere in the “Tonhalle“ in Düsseldorf. More CD-recordings are planned for 2010 (“Movements“, „After Destruction“, „Episodes I“).

During the season of 2007-2008, the Philharmonic Orchestra of Hagen has commissioned Martin Gerigk to compose several pieces on occasion of the orchestra’s upcoming 100th anniversary. As “Composer in Residence“, Martin wrote three compositions to be performed for the first time between October 2007 and June 2008: the symphonic picture “Irides“ for large orchestra, “Raven“, based on native Canadian myths for flute, timpani and chamber soloists and the concerto for soprano saxophone and orchestra “Backlights“, which was broadcasted by German Radio „Westdeutscher Rundfunk – WDR 3“ in July 2008.

In 2009 first concerts followed in Korea and Japan. The „Meditation“ for piano trio and tingsha was premiered with great success including at the DSHall in Seoul and the Aoi-Hall in Shizuoka.

In the course of the opening ceremony of the European Capital of Culture „Ruhr 2010“ selected arrangements for chamber ensemble have been performed. That same year „Shearim“ had its premiere in the United States, in 2011 a new version for flute and piano trio had its premiere in Switzerland.

In 2012 „Aspects of Nature“ for 8-12 celli and nature sounds has been premiered at an exhibition of painted works of Heide Schimke. „Aspects of Nature“ is also the music for the film „Playing Memory“ of film maker Sebastian Jobst.

In 2013 premieres of the commissioned work „Radif“ for Persian santur, violin, viola und cello, of „Chrome“ for solo violin, „Spheres“ for cello and organ and „Dark Leaves“ for akkordion, vibraphone and percussion.

In 2014/2015 premieres of „Prayer I and II“, „Lines and Patterns“ and „Structures of Nature“ in an instrumental multimedia version for recitator, solo cello, emergent sound events and tape. Other versions of „Structures of Nature“ are in preparation.

Beside his composition activity is Martin also a known arranger of orchestral and chamber music works of diverse music epochs.

His arrangement of Ralph Vaughan Williams „The Lark Ascending“ has been perfomed since 2012 until now by several outstanding soloists like Vilde Frang (Chamber Music Festival Lockenhaus), Priya Mitchell, Latica Honda-Rosenberg and others in Europe, the USA and South America. Some performances were part of radio programmes.

In 2016 the film adaption of „Structures of Nature“ for 12 cellos, 4 narrators and emergent sound events has began. The release is scheduled for winter/spring 2017 while the work was awards nomination finalist for several sound art prizes so far, including ARD Hörspielfestival 2016 in Karlsruhe, Germany, 7th Berliner Hörspielfestival, Germany, and the SonOhr prize 2016 in Bern, Switzerland.

In 2017 „Structures of Nature“ is official finalist of several international film festivals and amongst others winner of „Experimental Short Film“ of the London Independent Film Awards.

作曲家 マーティン・ゲリック 略

 

作曲家、マーティン・ゲリックは1972年、ドイツに生まれる。

7歳のときに最初のヴァイオリンレッスンを受ける。

12歳でピアノを習い始めると共に、彼の最初の作曲を行う。

1990年にドイツ青年作曲コンクールにおいて、前衛音楽特別賞を受賞。

その後、ドイツ人チェロ奏者、ユーゲン・ヲルフの許で器楽理論、作曲に専心すると共に、現代室内楽、オーケストラのワークショップにも多数参加する。

の後、彼は中国、インド、北アメリカやアフリカへの長期滞在旅行等により異文化の多様なインスピレーションを受け、それは彼の作風に少なからず影響を与え ている。 - つまりこの影響は、彼の音楽構造の基盤をなす音調と実験的な音の間で、ミニマリスティックでリズミカルな躍動性に富んだ反復的な主題に顕著に表われている。

彼はまた、アジア及びアフリカ言語に非常な興味を示し、中国、北京でサイノロジーを習得。

彼の多言語に通じている特性は、彼のメロディーの音節及び韻律にも見て取ることができる。

マーティン・ゲリックにとって音楽とは、言葉で話されるものとは別の、多様な文化の融合とでも言うべき、全く独立した伝達手段に他ならない。

た彼の作曲には14世紀の文学、とくにトルコの詩人、ユーヌス・エムレからの影響も受けている。 いくつかのトルコ諸言語をベースにした4分の1拍子の作 品類はトルコ人詩人、スュクラン・イェルマヅとのコラボレーションにより、西洋と東洋音楽の統合を見事に表現している。

特に、チェロ協奏曲夜明けのヴィジョン、またピアノ三重奏曲デアヴィッシュの葬送曲はプレスからの素晴らしい評価を受けている。

自身の作曲にも加え、アレンジャーとしても才覚を現し、20世紀音楽のオーケストレーション、アルゼンチンタンゴの巨匠、アストール・ピアソラの作品等のアレンジの依頼もしばしば受け、その作品類は高く評価されている。

2002年より、彼の作品の多く、特に室内楽曲はドイツ、オーストリアの都市(ベルリン、ライプチヒ、デュッセルドルフ等)において演奏されるようになる。

弦楽四重奏曲(No.2 “アフリカ四重奏曲No.3 ” ムーブメントNo.4 ”カドミウム

4台のチェロのための組曲

ピアノ協奏曲秋の歌

ヴァイオリン協奏曲デアヴィッシュの讃美歌

– ”2台のチェロとオーケストラの為の二重協奏曲

オーケストラの為のイリデス

ソプラノサックスとオーケストラの為のバックライト

室内楽曲:12台のチェロの為の摩天楼、6台のヴィオラの為の折れた線、連作室内楽曲エピソード I-IV“

シャー リム(クラリネット、ヴァイオリン、チェロ、及びピアノの為のユダヤ組曲)は2001年にCD録音され多大な称賛を浴びた。 2003年にはデアヴィッシュの葬送曲トリオ・ミューズアートによりCD録音された。また同じく2003年には2台のチェロとオーケストラの 為の二重協奏曲がデュッセルドルフのトーンハレで初演奏された。

2010年には新しいCD録音が予定されている。(ムーブメント破壊の後 及びエピソード I-IV”).

20072008年シーズンに、ハーゲン交響楽団より彼らの100周年記念行事の一環として作曲を依頼され、レジデンス作曲家として200710月より20086月の間に3つの新しい曲がハーゲン交響楽団より初演奏された。

オーケストラの為の交響詩イリデス

フルート、ティンパニ‐、室内楽ソリストの為のカナディアン・インディアン神話ラーヴェン

ソプラノサックスとオーケストラの為のバックライト(これは20087月に西ドイツラジオ放送WDR3により放送された)。

2009年にはトリオ・ミューズアートの韓国、日本ツアーにおいてピアノトリオとティングシャの為のメディテーションが演奏され、多大な称賛を浴びる。

(主な演奏会場は韓国、ソウルのDS Hall, 日本では静岡県、静岡市のAOI Hall 等..)